«Mein Coach – Dein Coach» (Coaching-Blog Teil 2)

Nachdem mein erster Teil der Coaching-Serie im letzten Monat erschienen ist, kann ich auf verschiedene Reaktionen zurückblicken und freue mich darüber, wie wichtig das Thema Coaching zu sein scheint und wie viele Menschen sich davon angesprochen fühlen. Für mich ist20 dies eine wirklich schöne Erfahrung. Im zweiten Teil meiner Serie widme ich mich der Suche nach dem passenden Coach und worauf man achten soll.

Eines vorweg: Ein angehender Coach kann die Ausbildung im Schnellverfahren absolvieren oder sich Zeit nehmen und eine Ausbildungsstätte wählen, welche eine feinsäuberliche Methodik vermittelt und auch auf die Erfahrungswerte der Studierenden achtet. Coaches können nicht innert wenigen Stunden lernen, wie sie Menschen in schwierigen Situationen optimal begleiten. Bestimmt gibt es Ausnahmen und Talente, welche die natürliche Intuition und die wunderbare Gabe besitzen, andere Menschen bestmöglich unterstützen zu können. Doch dies ist wirklich leider nur den wenigsten vorbehalten. Die meisten von uns müssen die Beratung und das Begleiten lernen. Hierzu ist ein Weg in eine Weiterbildungs-Institution – welche auch mit Kosten verbunden ist – unumgänglich.

Ich suche: den Fels in der Brandung. Nun geht sie los: die Suche. Blättert man durch die gelben Seiten, wird man heutzutage nicht mehr akkurat fündig. Konsultiert man Google, wird man von Coaching-Angeboten fast überschwemmt. Coaches gibt es in jedem Dorf, in jeder Stadt und eigentlich schon fast in jedem Quartier. Auch wenn es bequem erscheint, den Coach möglichst in der Nähe zu wissen, ist es dennoch ratsam, die Person des Vertrauens auch ausserhalb zu suchen, wenn die Qualifikationen stimmen und die Person den Anforderungen entsprechen soll. Meine Empfehlung, worauf bei der Coachingsuche zu achten ist, gebe ich gerne hier bekannt:

1. Das Fachgebiet Zu welchem Thema suchst Du einen Coach? Woran möchtest Du arbeiten? Welches sind Deine Themen? Mache Dir zuerst detaillierte Gedanken darüber, was Du genau möchtest. Welche Themen zeigen sich bei Dir und was möchtest Du erreichen? Suche Dir einen gemäss Deinem Fachgebiet praktizierenden Coach.

2. Die Erfahrungen & der Werdegang Wie setzt sich der Lebenslauf Deines Coaches zusammen? Weist er genügend Führungserfahrung aus? Sind Kompetenzen ersichtlich, die darauf hinweisen, dass Du auch in schwierigeren Situationen aufgefangen bist und Dich sicher fühlen kannst?

3. Die Persönlichkeit Das Coaching ist ein Mensch-zu-Mensch-Business, deshalb müssen die zwischenmenschlichen Komponenten stimmen. Spricht Dich die Persönlichkeit, der Lebenslauf, das Auftreten und die Lebenserfahrungen Deines Coaches an? Kannst Du diesem Coach Dein vollstes Vertrauen schenken? Dann los!

4. Produkt- und Religionsneutralität Jeder Coach, der Persönlichkeitsentwicklung anbietet, sollte zwingend produkt- und religionsneutral sein. Idealerweise natürlich auch genderunabhängig sowie politisch und kulturell neutral. Aus meiner Sicht ist es ein No Go, wenn Dir auf Deinem Weg der Persönlichkeitsentwicklung das Wohlgefühl, eine bessere Lebensqualität usw. versprochen wird und dies von bestimmten Produkten oder Dienstleistungen abhängig wird, welche noch zusätzlich erworben werden müssen. Ich weiss, dass sich das Einkommen vieler Coaches mithilfe von Multilevel-Marketing-Produkten aufbessern lässt und dies ein lukratives Geschäft sein kann. «Versteckte» Verkaufsmethoden gehören meines Erachtens nicht in die Coachingwelt. Werden Produkte verkauft, müssen diese transparent deklariert werden. Sowohl im Beratungsraum als auch auf der Webseite.

Und hier noch ein wichtiger Hinweis: Auch grössere und bekannte Sekten sind mit verdeckten Firmen und Marken im Coaching-Business tätig. Vor allem im Bereich Alkohol-/Drogenentzug, Burnout und auch gesunder Ernährung habe ich diese Verbindungen bereits gesehen. Nimm Dir daher die Zeit, lies bitte jedes Kleingedruckte und schaue Dir die Verlinkungen auf der Webpage genauer an.

5. Die Methodik und das Konzept Wie und mit welcher Methodik und Therapieform arbeitet der Coach? Handelt es sich um eine Gesprächstherapie? Welche Methoden werden zur Unterstützung der Persönlichkeitsentfaltung verwendet? Nach welchem Konzept arbeitet der Coach? Was ist sein grobes Bild und seine Vorstellung, wie Persönlichkeitsentwicklung gemäss seiner Vorgehensweise nachhaltig möglich ist? Lässt sich dieses Konzept bereits aus den Dir verfügbaren Informationen (Website, Broschüren etc.) erkennen? Sind diese Informationen überhaupt in entsprechender Form verfügbar? Wenn nicht, solltest Du allenfalls nachfragen oder Dir einen Coach suchen, der diese Informationen ungefragt zur Verfügung stellt. Informiere Dich in jedem Fall genau über alle wichtigen Fakten, welche Dir wichtig sind. Denn nur wenn Du Deinem Coach vertraust, kannst Du Dich vollumfänglich entspannen und für Dich das Bestmögliche aus dem Coaching herausholen.

6. Die Motivation des Coaches Weshalb wählte diese Person den Beruf Coach? Ist er oder sie noch selbst im Verarbeitungsprozess eigener ungelöster Probleme oder möchte Dir Dein Coach seine Führungs- und Lebenserfahrungen leidenschaftlich gerne weitergeben, weil er die erfüllende Arbeit mit Menschen liebt? Es ist mir klar, dass dies auf einer Webseite oftmals schwer zu erkennen ist. Doch wirst Du die Gründe für sein Tun bereits in den ersten 2 Gesprächen herausspüren. Spricht der Coach zu viel von sich und seinen Erfahrungen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass er noch selber am «Heilen» ist. Möchtest Du mit ihm weiterfahren oder die Übung lieber zu Beginn abbrechen? «Höre» auf Deinen Bauch, Dein BewusstSein wird Dich richtig leiten.

Der Empowerment-Blog bringt Dich weiter In meiner Blogserie erfährst Du, wie Du Deine Suche zielgerichtet angehen kannst, Deine Lebensreise optimal planst und wie Du den Menschen findest, der Dich bestmöglich begleiten und unterstützen kann.

publiziert: 20. März 2019